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Pfarrkirche Jahrsdorf: Frühbarockes Gemälde gibt Zeugnis von Gegenreformation

Gemälde in der Pfarrkirche Jahrsdorf

In der Pfarrkirche Mariä Geburt in Jahrsdorf befindet sich ein frühbarockes Gemälde, das in seiner Eigenschaft als künstlerisches Produkt des frühen 17. Jahrhunderts seine Bedeutung hat, aber darüberhinaus von besonderem kirchengeschichtlichem Wert ist. Es ist eines der wenigen Zeugnisse dieser Art, die den Beginn der Gegenreformation im Gebiet des ehemaligen  Fürstentums Pfalz-Neuburg anschaulich machen und gleichzeitig über die Umstände berichten.

Das Ölgemälde auf Leinwand verfügt über einen mehrfach geteilten Rahmen mit den Maßen sind 137 x 120 cm. Der äußere Rahmen ist dekorativ bemalt. Das Thema des Bildes ist die Auferstehung Christi. In hellem Licht ist der auferstandene Christus zu sehen, während die das Grab bewachenden Soldaten überwältigt niedersinken. Das Bild enthält zwei Nebenszenen, rechts die Grablegung und links die drei Frauen, die am Ostermorgen zum leeren Grab kommen und von dem Engel empfangen werden. Links unten erscheint in frommer Haltung der Stifter bzw. Auftraggeber des Bildes, der die zeitgenössische Tracht eines Priesters trägt, mit seinem Wappen. Ihm ist folgender Text beigegeben: „Ich glaube fest und bin gewis das mein erlöser jesus christ am jüngsten tage mich wird erweck. mein leib mit seiner haut bedeckt. und mir aus lauter gnaden geben eine ewige freude und herlichs leben.“ Über der Darstellung ist der Rahmen mit einem lateinischen Vers beschriftet, der gemäß den Evangelien das Geschehen erläutert.

Ausschnitt aus dem Gemälde in Jahrsdorf

Die beiden Textfelder am unteren Rahmen des Bildes offenbaren den historischen Hintergrund für die Entstehung des Werkes: „Anno 1627. den 21. Novemb. hat sich die Reformation mit einfierung der catholischen Religion alhie in disem wirtigem gots haus zur Jahrstorf bey unser lieben Frauen wider angefangen. Des zur wahren bestetigung ist der erwirtig wolgelert herr mauritius schiessl von Abensperg aus dem landts bayrn gebiertig zur einem ersten priester pfarhern und selsorger confermiert und eingesötzt worden dene got hie zeitlich gnad und nach diesem das ewige leben verleihen wölle Amen.“ Nachdem der Neuburger Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm den katholischen Glauben wieder angenommen hat im Jahr 1627, hat Jahrsdorf einen Priester bekommen der aus dem niederbayerischen Abensberg stammt. Dieser Vorgang ist symptomatisch für diese Zeit, in der in der Diözese Eichstätt Priestermangel herrschte und es durchaus üblich war, dass auch Seelsorger von außerhalb eingesetzt wurden.

Emanuel Braun

In der Reihe Kunstwerk des Monats wird regelmäßig ein Objekt vorgestellt, das von besonderer künstlerischer oder historischer Bedeutung ist. mehr...

Pfarrei Jahrsdorf

Pfarrkirche Jahrsdorf

Die Pfarrkirche Mariä Geburt geht auf das 12. Jahrhundert zurück. Das heutige Kirchengebäude wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts neu gebaut.

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