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Die Legende des hl. Gangolf in Burggriesbach (Oktober 2018)

Die barocke Pfarrkirche von Burggriesbach ist dem hl. Gangolf geweiht, ein Patrozinium, das im Bistum Eichstätt nur noch einmal, und zwar in einem Altar in Wettstetten anzutreffen ist. In Burggriesbach wird in Deckenfresken die Legende Gangolfs erzählt. Diese sind Arbeiten des Malers Johann Nepomuk Anton Stadlmaier aus dem Jahr 1777. Er ist ansässig gewesen im nahen Freystadt/Opf. und kunstgeschichtlich kaum bekannt. Für die Filialkirche Mariä Himmelfahrt in Simbach, Pfarrei Waldkirchen hat er z. B. ein Deckenbild entworfen.

Die Bedeutung des aus dem Althochdeutschen stammenden Namen Gangolf wird interpretiert mit „kämpfender Wolf“. Nach der Vita stammte er aus einem hochadeligen Geschlecht in Burgund und war ein Gefolgsmann des merowingischen Königs Pippin des Kurzen. Nach der Heimkehr von einem Feldzug kaufte er in der Champagne eine Quelle, die sich später als heilkräftig herausstellte. Als er erfährt, dass seine Frau Ehebruch begangen hat, muß diese sich einem Gottesurteil unterziehen: Sie muß aus dieser Quelle einen Stein heben. Dabei verbrennt ihre Hand, womit ihr Vergehen bewiesen worden sei. Trotz dieser Überführung läßt Gangolf Gnade walten und sie nicht verurteilen. Der Ehebrecher, ein Kleriker, überfällt Gangolf aber im Schlaf und erschlägt ihn mit dessen Schwert. Bei der Überführung und Beisetzung in seiner Eigenkirche in Varennes-sur-Amance ereignen sich Wunder.

Seine Verehrung beginnt bald nach dem Tod und gerät aber um 788 ins Stocken. Es fällt auf, dass Gangolf-Patrozinien an unbedeutenden Orten an Fernwegen zu finden sind, die Beziehung zum Königsgut haben. Im südlichen Bayern und im Alpenraum kommt es nicht vor. Sein Gedenktag ist der 11. Mai. Es ist nicht eindeutig zu klären, welcher Stand seine Verehrung besonders gefördert hat. Sicher galt Gangolf dem Rittertum als ein Idealbild.

Die Decke des Langhauses in Burggriesbach ist ausgestattet mit einem großen zentralen Fresko, in dem illusionistisch ein barocker Festraum gezeigt wird, der sich zum Himmel öffnet. Dort erscheint der Heilige in der Glorie. In den kreisförmig darum herum gruppierten Szenen wird auf die religiösen Grundsätze Gangolfs angespielt. In den Figuren treten uns Bildnisse des Fürstbischofs Raymund Anton von Strasoldo und des Erbauers der Pfarrkirche, Pfarrer Johannes Carl gegenüber, der als sehr gebildet gerühmt wird und der vermutlich das Programm für die Fresken entworfen hat. In den kleinen umgebenden Fresken erzählt Stadlmaier weitere Szenen aus der Legende: 1. Gangolf als Befehlshaber gekleidet befindet sich in einem Heerlager und leistet einen Eid auf ein gottgefälliges Leben. 2. Der Kleriker erschlägt Gangolf nachts mit dessen Schwert im Bett. Das abgebildete Fresko zeigt Gangolf als Feldherr, der gegen seine untreue Frau das Gottesurteil herbeiführt. Er läßt sie den Stein aus dem Brunnen holen. Zum Beweis ist die Hand verbrannt. Ein Kleriker ist Zeuge des Geschehens. In dem Nebenbild rechts zieht ein Diener einen Stock aus der Erde  bei der Quelle, aus der dann heilkräftiges Wasser fließt.

Die Fresken Stadlmaiers wurden im Laufe der Zeit mehrfach restauriert. Bei den Fehlstellen waren die Restauratoren zu eigenen Interpretationen gezwungen, die, weil sie die Ikonographie nicht verstanden haben, heute verfälschend wirken.

Emanuel Braun

Pfarrkirche St. Gangolf Burggriesbach

Die erste Kirche von Burggriesbach geht auf das 12. Jahrhundert zurück. Die heutige barocke Pfarrkirche wurde 1772 geweiht.

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