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Raum XI: Schatzkammer

Domschatz- und Diözesanmuseum. Foto: Norbert Staudt
Fabersches Altärchen

Fabersches Altärchen

1662
Peter Winter und Albrecht von Horn, Augsburg
Silber, Schildpatt, Holz, Eisen, Glassteine
Höhe 98 cm, Breite 48,5 cm, Tiefe 19,9 cm

Das hochbarocke Hausaltärchen wurde bei dem Augsburger Silberhändler Martin Riedel von dem Eichstätter Priester Johannes Faber bestellt, der Kanoniker am Willibaldchorstift und Hofkaplan des Fürstbischofs Marqaurd II. Schenk von Castell war. Es diente zusammen mit einem formal identischen Gegenstück dessen häuslicher Andacht.
Der Altar – eine Verkleinerung eines echten Altars – ist überaus reich verziert mit getriebenen und ge-gossenen Silberelementen und insgesamt mit dem damals exotischen und kostbaren Schildpatt furniert. Er ist ein typischer Vertreter der Augsburger Altarbaukunst des 17. Jahrhunderts.
In den Silberreliefs sind dargestellt die jugendliche Maria mit ihren Eltern Joachim und Anna, sowie die hl. Walburga auf dem Sterbebett. Im Auszug befindet sich ein Marienmonogramm.

Jakobus-Fingerreliquiar

Jakobus-Fingerreliquiar

12./13. Jahrhundert, Venezianisch?
Goldfiligran, Email, Perle, Edelsteine, Messing, Glas
Höhe 13 cm

Das Reliquiar gehört zu den sogenannten sprechenden Reliquiaren, weil es die Gestalt der Reliquie wiedergibt. Es handelt sich um die kostbare goldene und mit dichtem Filigran überzogene Hülle für einen leicht gebogenen Fingerknochen, die im Jahr 1888, um sie besser handhaben zu können und um sie nochmals zu schützen, in ein neugotisches Ziborium mit Glaszylinder eingebettet worden ist. Irrtümlich wurde das Reliquiar damals mit „Sankt Matthäus“ beschriftet. Es gehört zu den ältesten und ehrwürdigsten Reliquiaren des Eichstätter Domes. Auf dem Emailmedaillon ist ein Brustbild des heiligen Jakobus zu sehen. In die Goldhülle ist ein Türchen eingearbeitet.
Derartige feine und stilistisch anspruchsvolle Gold-schmiedearbeiten waren im hohen Mittelalter fast nur in Venedig möglich.

 

 

Monstranz

Monstranz

Um 1680/90
Augsburg
Silber, vergoldet

Die Monstranz ist das prunkvollste liturgische Gerät. Sie ist ein Schaugefäß (lat. monstrare = zeigen), in dem die konsekrierte Hostie zur Anbetung auf den Altar ausgesetzt oder bei Prozessionen mitgetragen wird. Auch spendet der Priester mit der Monstranz den sakramentalen Segen.
Die prächtige Monstranz besitzt die barocke Form der Sonnenmonstranz. Der rechteckige, architektonisch gerahmte Schaubehälter ist von einem Strahlenkranz und üppigem Rankenwerk umgeben, in das die Halbfiguren Gottvaters und der Eichstätter Diözesanheiligen eingebunden sind. Der Fuß ist mit Engelsköpfen und Darstellungen der vier Evangelisten geschmückt.

 

 

Messkelch

Messkelch

Augsburg
1742
Silber vergoldet, Emaille und Farbglassteine

Der Messkelch ist das für das Messopfer bestimmte Trink- und Opfergefäß. Er nimmt den Wein auf, der während der Eucharistiefeier zum Blut Christi gewandelt wird. Daher wurde zu allen Zeiten möglichst kostbares Material und der schönste Dekor zur Gestaltung dieses heiligen Gefäßes verwendet.
Der prächtige Kelch ist eine Stiftung des Eichstätter Weihbischofs Johann Adam Nieberlein an die Domkirche. Die in Augsburg gefertigte Arbeit schmücken eleganter Dekor des frühen Rokoko und Farbglassteine. Ovale Emaillemedaillons mit Szenen aus der Passion Christi verweisen auf die Bedeutung der Eucharistiefeier als symbolische Wiederholung von Leiden und Opfer Jesu Christi.